Mohamed Amjahid gehört zu den bekanntesten journalistischen Stimmen in Deutschland, wenn es um Rassismus, Diskriminierung, gesellschaftliche Machtverhältnisse und Polizeikritik geht. Der deutsch-marokkanische Autor und Journalist hat sich in den vergangenen Jahren mit Reportagen, Kolumnen, Büchern und öffentlichen Debatten einen Namen gemacht. Gleichzeitig polarisiert er wie kaum ein anderer Autor seiner Generation. Während viele seine Texte als mutig und notwendig ansehen, werfen ihm Kritiker vor, bewusst zu provozieren oder zu stark zu verallgemeinern.
| Kurzbiografie | Details |
|---|---|
| Vollständiger Name | Mohamed Amjahid |
| Geboren | 1988 in Frankfurt am Main |
| Herkunft | Deutsch-marokkanisch |
| Beruf | Journalist, Autor, Moderator |
| Wohnort | Berlin |
| Bekannt durch | Bücher über Rassismus, Polizei und Gesellschaft |
| Frühere Medien | taz, Tagesspiegel, ZEIT, ZEIT Magazin |
| Wichtige Bücher | Unter Weißen, Der weiße Fleck, Let’s Talk About Sex, Habibi, Alles nur Einzelfälle? |
| Website | mamjahid.net |
Wer ist Mohamed Amjahid?
Mohamed Amjahid wurde 1988 in Frankfurt am Main geboren. Seine Eltern kamen als marokkanische Gastarbeiter nach Deutschland. Der Vater arbeitete in der Industrie, die Mutter als Reinigungskraft. Als Mohamed Amjahid noch ein Kind war, zog die Familie nach Marokko. Dort verbrachte er einen großen Teil seiner Jugend und besuchte die Schule bis zum Abitur.
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland begann er ein Studium der Politikwissenschaft in Berlin und später auch in Kairo. Bereits während des Studiums schrieb er erste journalistische Texte. Schnell entwickelte sich sein Interesse für Themen wie Migration, soziale Ungleichheit, Identität und Machtstrukturen.
Seine journalistische Karriere begann unter anderem bei der taz. Später arbeitete er für den Tagesspiegel und wurde anschließend Redakteur bei der ZEIT und dem ZEIT Magazin. Heute ist Mohamed Amjahid als freier Journalist tätig und veröffentlicht Texte in verschiedenen großen Medienhäusern.
Mohamed Amjahid und die taz
Ein wichtiger Teil seiner Karriere ist eng mit der taz verbunden. Schon früh veröffentlichte Mohamed Amjahid dort Artikel und Kommentare. Besonders bekannt wurde seine Kolumne „Die Nafrichten“, die von 2020 bis 2023 in der taz erschien.
Der Titel der Kolumne war bewusst provokant gewählt. Er bezog sich auf den diskriminierenden Begriff „Nafri“, der in Deutschland in politischen Debatten und Polizeikontexten häufig abwertend verwendet wurde. Mohamed Amjahid griff diesen Begriff auf, um über Vorurteile, rassistische Sprache und gesellschaftliche Mechanismen zu schreiben.
In seinen Texten für die taz beschäftigte er sich unter anderem mit:
- Alltagsrassismus in Deutschland
- Erfahrungen von Menschen mit Migrationsgeschichte
- Polizeigewalt und institutionellem Rassismus
- Queeren Lebensrealitäten in Nordafrika
- Debatten über Sprache und Identität
Gerade die Verbindung aus persönlicher Erfahrung und politischer Analyse machte seine Beiträge in der taz für viele Leser besonders interessant. Andere empfanden die Texte jedoch als zu zugespitzt oder politisch einseitig.
Mohamed Amjahid Kritik: Warum polarisiert er?
Mohamed Amjahid ist eine der umstrittensten Figuren im deutschen Journalismus. Kaum ein anderer Autor löst so viele Diskussionen aus. Der Hauptgrund dafür ist seine direkte Sprache. Er vermeidet neutrale Formulierungen und vertritt seine Ansichten deutlich.
Besonders kritisiert wurde sein Buch Unter Weißen, das 2017 erschien. Darin beschreibt Mohamed Amjahid seine Erfahrungen mit Rassismus und erklärt, wie weiße Privilegien in Deutschland funktionieren. Dabei verwendet er den Begriff „biodeutsch“, um Menschen ohne Migrationsgeschichte zu beschreiben.
Viele Leser fanden diesen Begriff hilfreich, weil er auf Machtverhältnisse aufmerksam machen sollte. Andere empfanden ihn als pauschalisierend und unnötig provokant. Kritiker warfen Mohamed Amjahid vor, selbst in Kategorien zu denken, die Menschen voneinander trennen.
Noch stärker diskutiert wurde später sein Buch Alles nur Einzelfälle?. In diesem Werk beschäftigt sich Mohamed Amjahid mit rassistischen Vorfällen, Gewalt und rechten Netzwerken innerhalb der Polizei in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seine zentrale These lautet, dass es sich bei solchen Fällen nicht um einzelne Ausnahmen handelt, sondern um ein strukturelles Problem.
Befürworter lobten das Buch als mutige und gründlich recherchierte Analyse. Kritiker dagegen warfen ihm vor, er stelle die Polizei insgesamt unter Generalverdacht. Mohamed Amjahid selbst betont regelmäßig, dass er nicht einzelne Polizisten angreifen wolle, sondern über Strukturen und fehlende Kontrolle spreche.
Trotz aller Kritik wurde seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Er erhielt unter anderem den Nannen-Preis, den Deutschen Reporterpreis und weitere journalistische Ehrungen. Diese Preise zeigen, dass seine Recherchen und Texte auch innerhalb der Medienbranche stark anerkannt werden.
Mohamed Amjahid Bücher
Mohamed Amjahid hat in den vergangenen Jahren mehrere Bücher veröffentlicht, die sich alle mit gesellschaftlichen Fragen beschäftigen.
Unter Weißen (2017)
Dieses Buch machte ihn einem größeren Publikum bekannt. Darin beschreibt Mohamed Amjahid seine Erfahrungen als Sohn marokkanischer Einwanderer in Deutschland. Er schreibt über Vorurteile, alltägliche Diskriminierung und den Umgang mit Menschen, die nicht dem klassischen Bild eines „deutschen“ Bürgers entsprechen.
Der weiße Fleck (2021)
In diesem Buch erklärt Mohamed Amjahid, wie Rassismus auch dann wirkt, wenn Menschen sich selbst nicht als rassistisch sehen. Er fordert die Leser dazu auf, die eigene Perspektive zu hinterfragen. Das Buch richtet sich besonders an Menschen, die sich intensiver mit Antirassismus beschäftigen möchten.
Let’s Talk About Sex, Habibi (2022)
Mit diesem Werk wandte sich Mohamed Amjahid einem anderen Thema zu. Er schreibt über Liebe, Sexualität und queeres Leben in Nordafrika. Das Buch verbindet persönliche Erlebnisse, Interviews und gesellschaftliche Analyse. Besonders offen beschreibt er, wie schwierig es für viele Menschen in konservativen Gesellschaften ist, frei über Sexualität zu sprechen.
Alles nur Einzelfälle? (2024)
Sein bislang politischstes Buch erschien 2024. Mohamed Amjahid untersucht darin Fälle von Polizeigewalt und institutionellem Rassismus. Das Buch wurde intensiv diskutiert und sorgte erneut für große Aufmerksamkeit.
Mohamed Amjahid Podcast
Neben Artikeln und Büchern ist Mohamed Amjahid auch regelmäßig in Podcasts zu hören. Dort spricht er häufig ausführlicher über seine Themen als in kurzen Zeitungsbeiträgen.
Besonders bekannt wurde eine Podcastfolge im Literaturhaus Bremen. Unter dem Titel „Fürsorge kann mehr Sicherheit bieten als Gewalt“ sprach Mohamed Amjahid über sein Buch Alles nur Einzelfälle? und über seine Vorstellungen von Sicherheit, Polizei und gesellschaftlicher Verantwortung.
Darüber hinaus war er in verschiedenen Kultur-, Politik- und Medienpodcasts zu Gast. Häufig diskutiert er dort über:
- Rassismus in Deutschland
- Die Rolle der Medien
- Queere Identität
- Meinungsfreiheit und politische Debatten
- Die Situation in Nordafrika
Seine Podcast-Auftritte gelten als besonders direkt und emotional. Dadurch erreicht er auch Menschen, die seine Bücher oder Zeitungstexte bisher nicht kennen.
Mohamed Amjahid Partner und Privatleben
Über das Privatleben von Mohamed Amjahid ist nur wenig bekannt. Er lebt in Berlin und äußert sich öffentlich vor allem zu politischen und gesellschaftlichen Themen. In Interviews hat er mehrfach erklärt, dass er queer ist.
Ob Mohamed Amjahid aktuell einen Partner hat, ist öffentlich nicht bekannt. Der Journalist schützt sein Privatleben bewusst und trennt persönliche Beziehungen von seiner öffentlichen Arbeit. Deshalb gibt es keine verlässlichen Informationen über eine feste Partnerschaft oder Familie.
Diese Zurückhaltung unterscheidet ihn von vielen anderen öffentlichen Persönlichkeiten, die private Details regelmäßig in sozialen Netzwerken teilen. Mohamed Amjahid konzentriert sich stattdessen auf seine journalistischen Inhalte.
Mohamed Amjahid Lesung und Veranstaltungen
Mohamed Amjahid ist regelmäßig auf Lesungen, Podiumsdiskussionen und Literaturveranstaltungen zu sehen. Besonders oft liest er aus seinen Büchern Der weiße Fleck und Alles nur Einzelfälle?.
Seine Lesungen finden häufig in Literaturhäusern, Universitäten, Kulturzentren und politischen Bildungseinrichtungen statt. Dabei geht es nicht nur um das Vorlesen einzelner Textstellen. Nach den Lesungen folgt meist eine Diskussion mit dem Publikum.
Typische Themen seiner Veranstaltungen sind:
- Wie entsteht struktureller Rassismus?
- Welche Rolle spielen Medien in politischen Debatten?
- Warum gibt es so viel Kritik an der Polizei?
- Wie lässt sich Diskriminierung im Alltag erkennen?
Gerade diese Diskussionen machen seine Auftritte für viele Besucher interessant. Mohamed Amjahid gilt als eloquenter Redner, der komplexe Themen verständlich erklärt.
Mohamed Amjahid Kontakt
Wer Mohamed Amjahid kontaktieren möchte, findet die wichtigsten Informationen auf seiner offiziellen Website. Dort veröffentlicht er aktuelle Termine, Buchprojekte, Presseinformationen und Hinweise zu Lesungen.
Außerdem ist Mohamed Amjahid in sozialen Netzwerken aktiv. Auf Plattformen wie Instagram, Threads und Bluesky teilt er eigene Texte, Veranstaltungshinweise und politische Kommentare.
Für journalistische Anfragen, Interviews oder Buchungen von Lesungen läuft der Kontakt meist über seine Website oder über Verlage und Veranstalter.
Fazit
Mohamed Amjahid ist weit mehr als nur ein Journalist. Er ist Autor, Kolumnist, Moderator und eine prägende Stimme in aktuellen gesellschaftlichen Debatten. Seine Themen reichen von Rassismus über Migration bis hin zu Polizeikritik und queeren Lebensrealitäten.
Seine Bücher und Texte stoßen auf Zustimmung, aber auch auf Kritik. Gerade diese Mischung macht Mohamed Amjahid zu einer der spannendsten und zugleich umstrittensten Persönlichkeiten im deutschsprachigen Journalismus. Wer seine Arbeit liest, bekommt nicht nur Informationen, sondern wird oft auch dazu angeregt, die eigene Sicht auf Gesellschaft und Politik zu hinterfragen.
Für Neu Tech Zeit ist Mohamed Amjahid ein interessantes Beispiel dafür, wie moderne Medien, Bücher, Podcasts und soziale Netzwerke zusammenwirken können, um gesellschaftliche Debatten zu prägen.
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