Ein Kollege von mir verleiht Kameraequipment. Angefangen hat er mit einer Excel-Tabelle, und das lief ein Jahr lang erstaunlich gut. Dann kamen zwei Anfragen für dasselbe Objektiv am selben Wochenende, und plötzlich war Schluss mit lustig. Genau an diesem Punkt googeln die meisten nach einer Verleihsoftware kostenlos, weil der Gedanke naheliegt: Erst mal ohne Kosten ausprobieren, bevor man Geld in die Hand nimmt.
Die Idee ist nachvollziehbar. Aber „kostenlos“ bedeutet bei Software selten das, was man beim ersten Lesen vermutet. Dieser Artikel zeigt dir, welche Gratis-Wege es gibt, wo sie an Grenzen stoßen und wie du ohne böse Überraschung die richtige Lösung für deinen Verleih findest.
Was „kostenlos“ bei Verleihsoftware eigentlich heißt
Hinter dem Wort verstecken sich ganz unterschiedliche Modelle. Wer sie nicht auseinanderhält, vergleicht am Ende Äpfel mit Birnen.
Tabelle oder Formular. Excel, Google Tabellen oder ein ausgedruckter Ausleihzettel kosten nichts und funktionieren, solange wenig passiert. Für einen kleinen Verein, der ein paar Mal im Monat Geräte herausgibt, ist das oft völlig in Ordnung.
Open-Source-Programme. Hier gibt es keine Lizenzgebühr. Dafür installierst du die Software auf einem eigenen Server und kümmerst dich selbst um Updates, Backups und Sicherheit. Wer das nicht selbst kann, bezahlt einen Dienstleister. Kostenlos ist dann nur noch die Lizenz, nicht der Betrieb.
Gratis-Tarife und Testversionen. Viele Anbieter locken mit einem Einstieg ohne Grundgebühr. Dafür sind Artikel, Nutzer oder Buchungen begrenzt, oder der Anbieter verdient über Provisionen mit.
Der Punkt dahinter ist simpel: Die Lizenz mag nichts kosten, deine Zeit und dein Risiko tun es trotzdem.
Wo kostenlose Lösungen an ihre Grenzen kommen
Im Alltag merkst du die Grenzen meist an ein paar typischen Stellen:
- Zwei Kunden wollen denselben Artikel im selben Zeitraum, und niemand merkt es rechtzeitig.
- Mitarbeiter geben Artikel aus, tragen es aber nicht überall ein.
- Kunden möchten online buchen und bezahlen, statt anzurufen.
- Nach einem Serverproblem sind Buchungen weg oder die Seite nicht erreichbar.
- Das Geschäft wächst, die kostenlose Lösung nicht.
Gerade der letzte Punkt wird unterschätzt. Eine Lösung, die bei zehn Buchungen im Monat prima läuft, kann bei hundert plötzlich Arbeit statt Entlastung bedeuten.
Die versteckten Kosten: Provisionen und Buchungsgebühren
Ein Modell, das auf den ersten Blick günstig wirkt, sind Anbieter ohne Grundgebühr, die stattdessen an jeder Buchung verdienen. Ein Rechenbeispiel (frei erfunden, aber realistisch gedacht): Du setzt im Monat 8.000 € um und bearbeitest 200 Buchungen. Bei 5 % Umsatzprovision und 0,50 € pro Buchung zahlst du 500 € im Monat, also 6.000 € im Jahr. Der Grundpreis lag bei null, trotzdem wird es teuer.
Dazu kommen die Gebühren der Zahlungsanbieter, etwa für PayPal oder Kreditkarte. Die fallen fast überall an und solltest du immer getrennt von den Softwarekosten betrachten.
Feste Monatspreise: planbar statt prozentual
Das Gegenmodell ist ein fester Monatspreis. Du weißt vorher, was die Software kostet, egal ob du 20 oder 200 Buchungen im Monat hast. Hosting, Wartung und Support sind meist schon enthalten, du musst dich also nicht um Server kümmern.
Ein Beispiel dafür ist das DRIU Verleihsystem. Laut Website des Anbieters fallen dort 0 % Umsatzprovision und keine eigene Gebühr pro Buchung an. Der Starter-Tarif kostet 69 € im Monat und ist für bis zu 1.500 € Monatsumsatz über das System gedacht, der Pro-Tarif liegt bei 139 € (jeweils zuzüglich Umsatzsteuer). Kunden buchen online, wählen Zeitraum und Extras, und du behältst Bestand, Kalender und Rückgaben an einer Stelle im Blick. Gebühren externer Zahlungsanbieter kommen wie bei jeder Lösung noch dazu.
Für wen lohnt sich was?
Eine ehrliche Faustregel hilft bei der Entscheidung:
- Selten verleihen, wenig Aufwand: Tabelle oder Ausleihzettel reichen.
- Technisch fit und Zeit zum Tüfteln: Open Source kann eine gute, günstige Wahl sein.
- Regelmäßig vermieten, online buchen lassen, Zeit sparen: Eine betreute Lösung mit festem Preis rechnet sich oft schneller, als man denkt.
Entscheidend ist nicht, was am wenigsten kostet, sondern was zu deinem Alltag passt. Eine kostenlose Software, die dich jede Woche Stunden kostet, ist am Ende nicht günstig.
Checkliste vor der Entscheidung
- Gesamtkosten: Monatsgebühr, Einrichtung, Provision, Buchungsgebühren und Zahlungsanbieter zusammenrechnen.
- Limits: Gibt es Grenzen bei Umsatz, Buchungen, Artikeln, Mitarbeitern oder Standorten?
- Alltagstauglichkeit: Wie schnell gehen Ausgabe, Rücknahme, Storno und Umbuchung?
- Wachstum: Was passiert, wenn sich deine Buchungen verdoppeln?
- Betreuung: Wer kümmert sich um Hosting, Updates, Backups und Fehler?
- Support: Gibt es einen Ansprechpartner, der deine Sprache spricht?
Häufige Fragen
Gibt es Verleihsoftware, die wirklich komplett gratis ist?
Ja, etwa Tabellen oder Open-Source-Programme ohne Lizenzgebühr. Server, Einrichtung und Wartung kosten aber Geld oder Zeit, sofern du sie nicht selbst übernimmst.
Ist eine Software mit Monatsgebühr nicht teurer als eine Gratis-Lösung?
Nicht zwangsläufig. Rechne Zeitaufwand, Ausfallrisiko und mögliche Provisionen mit ein. Bei regelmäßigen Buchungen kann der feste Preis die günstigere Variante sein.
Worauf sollte ich bei Provisionsmodellen achten?
Auf Umsatzanteil, Gebühr pro Buchung, Limits und darauf, ob Zahlungsgebühren separat berechnet werden. Rechne mit deinen eigenen Zahlen, nicht mit denen aus der Werbung.
Brauche ich eine Software schon für wenige Ausleihen?
Meistens nicht. Ein sauber geführter Ausleihzettel reicht oft aus. Wichtig wird die Software, wenn Buchungen parallel laufen oder Kunden online reservieren sollen.
Fazit
Kostenlos starten ist völlig legitim, und für kleine Verleihe oft sogar die richtige Entscheidung. Trotzdem lohnt sich der zweite Blick: Wer wächst, Online-Buchungen anbieten will oder keine Lust auf Serverpflege hat, fährt mit einer festen, planbaren Lösung oft besser. Mehr zu den Gratis-Optionen und ihren Grenzen findest du in diesem Ratgeber zur Verleihsoftware kostenlos. Und wenn du eine Lösung ohne Provision suchst, schau dir das DRIU Verleihsystem einmal in Ruhe an, am besten mit deinen eigenen Zahlen im Kopf.

