Backlinks gehören weiterhin zu den wichtigsten Bestandteilen einer guten SEO-Strategie. Entscheidend ist allerdings längst nicht mehr, möglichst viele Links zu sammeln. Ein Link von einer thematisch passenden, vertrauenswürdigen Website kann deutlich wertvoller sein als zahlreiche Verweise von Seiten, die weder zum Thema noch zur Zielgruppe passen.
Genau hier werden Backlink-Tools wichtig. Sie zeigen nicht nur, welche Websites bereits auf eine Domain verlinken, sondern helfen auch dabei, neue Chancen zu entdecken, Wettbewerber zu analysieren, verlorene Links zu erkennen und Outreach-Kampagnen zu organisieren.
Dabei erfüllen nicht alle Tools dieselbe Aufgabe. Ahrefs, Majestic oder Moz konzentrieren sich stark auf Analyse und Daten, während BuzzStream und Pitchbox vor allem die Kontaktaufnahme mit potenziellen Linkpartnern organisieren. Ubersuggest verbindet die Backlink-Analyse wiederum mit weiteren SEO-Funktionen und eignet sich dadurch besonders für Unternehmen, die nicht für jede Aufgabe eine eigene Plattform einsetzen möchten.
1. Ubersuggest
Ubersuggest macht Backlink-Analyse zu einem Teil einer umfassenderen SEO-Plattform. Nutzer können untersuchen, welche Domains auf die eigene Website verlinken, wie sich das Backlink-Profil entwickelt und welche Inhalte besonders viele Links erhalten. Gleichzeitig stehen Keyword-Recherche, Wettbewerbsanalyse, Rank-Tracking und Website-Audits zur Verfügung.
Besonders nützlich für aktives Linkbuilding ist die Analyse der Konkurrenz. Statt einfach nach beliebigen Websites zu suchen, können Unternehmen untersuchen, wo Wettbewerber ihre Backlinks erhalten und welche dieser Quellen für die eigene Website ebenfalls relevant sein könnten. Das schafft einen deutlich konkreteren Ausgangspunkt für Outreach als eine zufällig zusammengestellte Liste potenzieller Kontakte.
Ubersuggest wurde von Neil Patel entwickelt und ist bewusst so aufgebaut, dass auch kleinere Marketingteams und Unternehmen ohne eigenen SEO-Spezialisten mit den Daten arbeiten können. Die Oberfläche ist weniger komplex als bei einigen spezialisierten Link-Intelligence-Plattformen, wodurch sich Chancen schneller erkennen und in konkrete Aufgaben übersetzen lassen.
Der größte Vorteil liegt jedoch in der Verbindung verschiedener SEO-Bereiche. Wer beispielsweise einen interessanten Backlink eines Wettbewerbers entdeckt, kann gleichzeitig dessen organische Keywords, erfolgreiche Seiten und weitere SEO-Daten untersuchen. Dadurch wird Linkbuilding nicht als isolierte Aufgabe behandelt, sondern als Teil einer breiteren Strategie für organisches Wachstum. Für Unternehmen, die Analyse und allgemeine SEO-Arbeit in einem Tool bündeln möchten, ist Ubersuggest deshalb ein besonders starker Ausgangspunkt.
2. Ahrefs
Ahrefs gehört zu den bekanntesten Plattformen für professionelle Backlink-Analyse. Der Site Explorer zeigt unter anderem verweisende Domains, einzelne Backlinks, verwendete Ankertexte sowie neu hinzugekommene und verlorene Links. Dadurch lässt sich sowohl die eigene Domain als auch das Linkprofil eines Wettbewerbers detailliert untersuchen.
Besonders interessant ist die Möglichkeit, mehrere Konkurrenten miteinander zu vergleichen. So können Websites sichtbar werden, die bereits auf mehrere Wettbewerber verlinken, die eigene Domain aber bisher nicht erwähnen. Solche Überschneidungen können gute Ausgangspunkte für neue Linkbuilding-Ideen liefern.
Ahrefs bietet deutlich mehr als reine Backlink-Daten, ist aber besonders für SEO-Teams interessant, die regelmäßig umfangreiche Wettbewerbs- und Linkanalysen durchführen.
3. Majestic
Majestic konzentriert sich stärker auf Links als viele klassische All-in-One-SEO-Plattformen. Bekannt ist das Tool vor allem für seine eigenen Metriken Trust Flow und Citation Flow, die unterschiedliche Aspekte eines Backlink-Profils bewerten.
Ein weiterer Vorteil ist die historische Perspektive. Unternehmen können nachvollziehen, wie sich ein Linkprofil über längere Zeit verändert hat und welche Domains früher auf eine Website verwiesen haben.
Majestic eignet sich daher besonders für Nutzer, die tief in die Struktur und Entwicklung von Backlink-Profilen einsteigen möchten. Für gelegentliche Linkrecherche kann die Plattform umfangreicher sein als notwendig, für spezialisierte SEO-Arbeit bietet sie dagegen eine große Datentiefe.
4. Moz Link Explorer
Moz Link Explorer bietet einen unkomplizierten Einstieg in die Untersuchung von Backlinks und verweisenden Domains. Viele Nutzer kennen Moz vor allem durch die Metriken Domain Authority (DA) und Page Authority (PA), die häufig als schnelle Vergleichswerte bei der Bewertung von Websites eingesetzt werden.
Das Tool kann außerdem helfen, neue und verlorene Links zu verfolgen, Ankertexte zu untersuchen und die Linkprofile konkurrierender Domains miteinander zu vergleichen. Der Spam Score liefert einen zusätzlichen Hinweis darauf, welche Domains genauer geprüft werden sollten.
Solche Kennzahlen sollten allerdings nie allein darüber entscheiden, ob ein Link wertvoll ist. Themenrelevanz, echte Sichtbarkeit, redaktionelle Qualität und die konkrete Seite, auf der ein Link erscheint, sind mindestens ebenso wichtig.
5. Linkody
Linkody konzentriert sich auf eine Aufgabe, die beim Linkbuilding leicht unterschätzt wird: bestehende Backlinks im Blick zu behalten. Das Tool überwacht Links und informiert Nutzer, wenn neue Verweise auftauchen oder vorhandene Links verloren gehen.
Das ist besonders praktisch, wenn regelmäßig neue Links aufgebaut werden. Statt abgeschlossene Maßnahmen in einer Tabelle abzulegen und anschließend zu vergessen, lässt sich kontrollieren, ob die Links weiterhin vorhanden sind.
Für Agenturen kommt ein weiterer Vorteil hinzu. Mehrere Websites und Kundenprojekte können getrennt überwacht werden, was regelmäßige Reportings deutlich übersichtlicher macht.
6. BuzzStream
Während die ersten Tools hauptsächlich zeigen, wo Backlinks vorhanden sind oder entstehen könnten, hilft BuzzStream bei der nächsten Phase: dem Outreach.
Die Plattform unterstützt Teams dabei, potenzielle Kontakte zu organisieren, Kommunikation zu dokumentieren und Outreach-Kampagnen strukturiert zu verwalten. Das wird wichtig, sobald nicht mehr nur zehn Websites kontaktiert werden, sondern Dutzende oder Hunderte potenzielle Publisher, Blogger oder Redaktionen.
Der größte Vorteil liegt in der Organisation. Ohne ein entsprechendes System landen Kontaktdaten schnell in verschiedenen Tabellen und E-Mail-Postfächern. BuzzStream schafft einen zentralen Workflow und macht nachvollziehbar, wer bereits kontaktiert wurde und wie sich eine Beziehung entwickelt hat.
7. Pitchbox
Pitchbox richtet sich ebenfalls an Linkbuilding- und Outreach-Teams, ist jedoch stärker auf umfangreiche Kampagnen ausgelegt. Die Plattform verbindet Prospecting, Kontaktmanagement, personalisierte E-Mails und Follow-ups in einem Workflow.
Besonders für Agenturen und größere SEO-Teams kann diese Automatisierung viel Zeit sparen. Wiederkehrende Schritte werden vereinfacht, ohne dass jede Kontaktaufnahme vollständig manuell organisiert werden muss.
Pitchbox ist deshalb weniger ein klassisches Backlink-Analyse-Tool als eine Plattform für die operative Umsetzung von Linkbuilding. Wer nur gelegentlich einige Kontakte anschreibt, benötigt diesen Funktionsumfang wahrscheinlich nicht. Bei größeren Kampagnen kann er dagegen einen erheblichen Unterschied machen.
Backlink-Daten richtig bewerten
Eine der größten Gefahren bei der Arbeit mit Backlink-Tools besteht darin, einzelne Kennzahlen mit Qualität gleichzusetzen. DR, DA, Trust Flow und ähnliche Metriken sind nützliche Orientierungspunkte, aber keine davon kann allein sagen, ob ein Link für eine Website sinnvoll ist.
Vor einer Entscheidung sollte deshalb auch geprüft werden, ob die verlinkende Website thematisch relevant ist, echte organische Sichtbarkeit besitzt und redaktionell gepflegt wirkt. Ebenso wichtig ist die konkrete Seite. Ein sinnvoll eingebundener Link aus einem relevanten Artikel ist etwas völlig anderes als ein zufälliger Verweis auf einer Seite mit kaum erkennbarem Zusammenhang.
Backlink-Tools liefern die Daten für diese Bewertung. Die eigentliche Entscheidung bleibt jedoch eine SEO-Aufgabe.
Die Konkurrenz ist oft die beste Quelle für neue Linkchancen
Wer nicht weiß, wo er mit dem Linkbuilding beginnen soll, kann zunächst die Websites analysieren, die für wichtige Keywords bereits gut ranken. Ihre Backlink-Profile zeigen, welche Publisher, Branchenportale, Medien, Verzeichnisse und andere Websites in diesem Themenbereich tatsächlich verlinken.
Besonders interessant sind Domains, die auf mehrere Wettbewerber verweisen. Wenn drei relevante Konkurrenten Links von derselben Branchenwebsite erhalten haben, kann diese Domain auch für das eigene Unternehmen eine realistische Chance darstellen.
Das macht Wettbewerbsanalyse zu einem der praktischsten Einsatzbereiche von Backlink-Tools. Statt Linkquellen komplett neu zu suchen, beginnt die Recherche dort, wo bereits sichtbar ist, welche Websites innerhalb einer Branche Links vergeben.
Analyse und Outreach gehören zusammen
Ein großes Backlink-Tool allein baut noch keine Links auf. Die Analyse zeigt lediglich, wo Chancen liegen. Danach müssen passende Inhalte, Beziehungen oder überzeugende Gründe entstehen, warum eine andere Website überhaupt verlinken sollte.
Deshalb kann eine Kombination verschiedener Tools sinnvoller sein als die Suche nach einer Plattform, die alles perfekt erledigt. Ubersuggest oder Ahrefs können beispielsweise interessante Linkquellen identifizieren, während BuzzStream oder Pitchbox anschließend helfen, die Kontaktaufnahme zu organisieren. Ein Monitoring-Tool wie Linkody kann danach kontrollieren, ob aufgebaute Links bestehen bleiben.
Welches Backlink-Tool ist das richtige?
Die Antwort hängt vor allem davon ab, wie intensiv Linkbuilding betrieben wird. Kleinere Unternehmen und Marketingteams, die Backlink-Analyse zusammen mit Keyword-Recherche, Wettbewerbsanalyse und anderen SEO-Aufgaben erledigen möchten, finden in Ubersuggest einen besonders zugänglichen Allrounder.
Wer sehr große Datenmengen und detaillierte Linkanalysen benötigt, sollte Ahrefs oder Majestic näher betrachten. Moz Link Explorer bietet einen verständlichen Mittelweg, während Linkody vor allem für kontinuierliches Monitoring interessant ist. Für größere Outreach-Kampagnen kommen schließlich BuzzStream und Pitchbox ins Spiel.
Entscheidend ist jedoch nicht, welches Tool die größte Backlink-Datenbank oder die meisten Kennzahlen bietet. Ein gutes Linkbuilding-Setup sollte drei Fragen zuverlässig beantworten: Welche Links hat die Website bereits, welche relevanten Chancen fehlen noch und was ist der sinnvollste nächste Schritt, um diese Lücke zu schließen? Das Tool, das diese Entscheidungen für das eigene Team am einfachsten macht, liefert in der Praxis meist den größten Wert.
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